Rückblick: Hofbesuch Biodiversität er-leben mit Weihbischof Dr. Peter Birkhofer

16.05.2023 |

Am 8.5. 23 besuchten rund 40 Interessierte das Obstparadies Staufen der Familie Geng und den St. Ulricher Heinehof der Familie Sonner. Die katholische Landbewegung, die Diözesanstellen für Schöpfung und Umwelt und die Biomusterregion Freiburg hatten den Tag vorbereitet und die Hofführungen finanziert.

Nach einem Willkommensschluck aus der Reihe der „Paradies-Prickler“ führte Martin Geng durch die blütenreichen Obstgärten. Das Obstparadies sei aus der Sehnsucht nach ungespritzten und leckerem Obst entstanden. Heute betreibe er auf über 21 Hektar einen besonderen Obstbau. Vielfalt sei neben dem Verzicht auf Spritzmittel der wichtigste Pfeiler des Betriebs. Man baue Klassiker, Raritäten, Wildobst und auch ein paar Exoten an. In unseren landschaftsprägenden Streuobstwiesen stünden unter anderem über 300 alte Apfelsorten. Er erklärte seine Wirtschaftsweise mit vollständigem Verzicht von Pflanzenschutzmitteln, besonderer Mähkultur, Nützlingsförderung und eigenen Wasserregime.
 
Nach dem Ortswechsel zum Heinehof und dortigem Mittagessen erläuterte Eva Jerger aus der Diözesanstelle die Initiative fair.nah.logisch und stellte die aktuelle Bio-Regio-Studie der Erzdiözese Freiburg vor, mit der nachhaltige Verpflegung in Tagungshäusern weiter gestärkt werden solle. Ihre Kernbotschaft lautete "Die ökologische Erzeugung von Lebensmitteln trägt zur Verringerung von Umwelteinwirkungen unserer Ernährung bei, fördert die Biodiversität und stärkt regionale Wertschöpfungsketten und somit die Landwirtschaft in unseren Regionen."
 
Johanna Himmelsbach, Hauswirtschaftsleitung im Bildungshaus Kloster St. Ulrich, stellte die Wirtschaftsweise bei der Beschaffung und beim Kochen vor: "Wir kochen täglich frisch mit regionalen und saisonalen Produkten. Viele Lebensmittel haben zusätzlich das Fairtrade-Siegel und/oder ein Bio-Siegel." Dabei sei es ihr nicht nur wichtig, die Gäste mit gutem Essen zu versorgen, sondern die Themen "Bewahrung der Schöpfung" und "Nachhaltigkeit" im Alltag solle erfahrbar gemacht werden. Das Bildungshaus beziehe die Lebensmittel weitestgehend direkt von Landwirt*innen und regionalen Verarbeiter*innen versuche, Lebensmittelabfälle zu vermeiden. Seit 2018 sei das Haus beim Prozess fair.nah.logisch. des Erzbistums Freiburg dabei und seit 2022 auch Projektteilnehmende bei der Bio-Musterregion Freiburg.
 
Danach führte Familie Sonner über Hof und Weiden; erklärt wurden Mutterkuhhaltung, Schweinemast im Offenstall und Martinsganshaltung. Die Sonners können einen Teil ihrer Produkte über den eigenen Gastwirtschaftsbetrieb absetzten.
 
Intensive Diskussion schlossen sich an. Die Teilnehmenden hatten zwei völlig unterschiedliche Betriebe kennengelernt, die jeweils auf ihre ganz besondere Art und Weise einen Beitrag zur Bewahrung und Erhaltung von Landschaften und den dazugehörigen Arten leisten. Martin Gengs Betrieb hatte viele fasziniert, doch für die Produktion von Nahrungsmitteln in großem Maßstab für eine wachsende Bevölkerung sei eine solche Wirtschaftsweise nicht geeignet, meinten einige der Anwesenden. Weihbischof Dr. Peter Birkhofer beschloss den Tag in der hofeigenen Kapelle mit Impuls, Gesang und einem Segen.